Casa de Mateus
Palácio de Mateus, Vila Real · Nationaldenkmal seit 1910

Westansicht von Haus und Kapelle. Orthografische Projektion der Punktwolke, ohne Perspektive: jedes Pixel ist der nächstgelegene gemessene Punkt.
in voller Größe öffnen ↗- 439Laserscanner-Standpunkte
- 150 Mgemessene Punkte
- 1,5 cmRaster der Wolke
- IFC4Haus, Kapelle, Kelterhaus
- 1910Nationaldenkmal
Die Fassade der Casa de Mateus steht seit 1942 auf einem Weinetikett und ist weit über das Douro-Tal hinaus bekannt. Dennoch ist nicht belegt, wer das Haus entworfen hat, das Jahr der Fertigstellung schwankt von Quelle zu Quelle, und eine veröffentlichte dreidimensionale Bauaufnahme des Ensembles haben wir nicht gefunden28.
Diese Seite legt zwei Schichten übereinander. Die erste ist das, was Register und Literatur über das Haus sagen, mit sichtbaren Quellen und ausgeschriebenen Widersprüchen. Die zweite ist das, was unsere Bauaufnahme gemessen hat, und die Zeichnungen, die sich direkt daraus gewinnen lassen, ohne Nachzeichnen.
Die Bauaufnahme
Zwischen Oktober 2025 und März 2026 wurden Haus, Kapelle, Kelterhaus und Vorplatz mit terrestrischem Laserscanning und Photogrammetrie aufgenommen. Die Punktwolke stammt aus 439 Standpunkten, registriert in PT-TM06/ETRS89 (EPSG:3763) und auf ein 1,5-cm-Raster reduziert, was 150 Millionen Punkte ergibt. Darauf wurden drei Gebäude als IFC4 modelliert (Haus, Kapelle und Kelterhaus), dazu ein Modell mit 89 Räumen, alle über IfcMapConversion georeferenziert. Eine Fotokampagne am 19. März 2026 (1.998 Aufnahmen) diente der Nahbereichsphotogrammetrie; eines ihrer Ergebnisse ist das texturierte Netz der Kapelle und ihres Hochaltars28.
| Wände | 1.465 |
| Fenster | 182 |
| Türen | 238 |
| Stützen | 522 |
| Träger und Balken | 7.310 |
| Property Sets | 24.287 |
| Räume im Zonenmodell | 89 |
| Grundfläche des Hauses, mit Gesimsen | ca. 60 × 33 m |
| Hauptfassade orientiert nach | Westnordwest (Azimut ca. 295°) |
| Höhe des westlichen Vorplatzes | 492,75 m |
| Höhe des Ehrenhofs | 493,37 m |
| Höhe des Innenhofs | 493,61 m |
| Hauptgeschoss über Erdgeschoss | 3,15 m IFC |
| Oberkante Mittelflügel über dem Vorplatz | ca. 17 m |
| Kapellenkreuz über dem Vorplatz | ca. 24 m |
Höhen im Bezugssystem der Aufnahme; Erdgeschoss auf 493,55 m (IfcMapConversion).
Die Aufnahme hat Grenzen, und einige davon sieht man in den Zeichnungen dieser Seite:
- Die Dächer fehlen in der Wolke weitgehend. Ein Scanner auf dem Boden und in den Höfen sieht die obere Dachfläche nicht; wo der Lageplan Decken statt Ziegel zeigt, liegt es daran.
- Nur 89 der 439 Standpunkte haben Farbe aufgezeichnet. Die Punkte der übrigen sind grau, aus der Intensität des Rücksignals abgeleitet, und in den Schnitten erscheint beides nebeneinander.
- Das Haus war während der Kampagne für Besucher geöffnet. Menschen in Bewegung sind als durchscheinende Figuren in der Wolke geblieben, vor allem an den Treppen.
- Das Modell unten ist eine Stichprobe: ein Punkt je 15-cm-Würfel an den Gebäuden und je 25-cm-Würfel am Boden ringsum, ohne Baumkronen, insgesamt 2,17 Millionen Punkte. Die vollständige Aufnahme hat 150 Millionen und liegt mit den IFC-Modellen im HBIM-Viewer.

Zeichnungen aus der Wolke
Die vier folgenden Zeichnungen wurden nicht gezeichnet. Es sind orthografische Projektionen der Wolke, Punkt für Punkt aus jeweils 38 bis 118 Millionen Punkten berechnet, ohne Perspektive und ohne Retusche. Das Relief entsteht durch eine Tiefenschattierung (Eye-Dome Lighting), die Farbe ist die vom Scanner erfasste. Wo eine Zeichnung schneidet, erscheinen Punkte bis 12 bis 14 cm von der Ebene rot, und was hinter dem Schnitt liegt, blendet aus, wie auf einem Aufmaßblatt.
Man muss auch sagen, was sie nicht sind: Hier steckt keine Interpretation eines Zeichners, kein Schließen von Linien, keine Entscheidung darüber, was Wand und was Möbel ist. Ein Schrank vor einer Wand liest sich als Wand. Das heißt, es sind Messdokumente, und darin liegt ihr Nutzen: Was sie zeigen, ist vorhanden.

Lageplan, von oben. In der Mitte das Haus; an der Nordostecke die Kapelle; im Norden, jenseits des Vorplatzes, das Kelterhaus; im Osten das Buchsparterre. Das leere Rechteck im Westen ist das Wasserbecken: Wasser liefert keine Punkte.
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Längsschnitt entlang der Hausachse, Blick nach Norden. Von links nach rechts: der Ehrenhof (dahinter der Nordflügel), der Mittelflügel mit der Durchfahrt im Erdgeschoss und dem Vestibül des Hauptgeschosses, der Innenhof und der Ostflügel. Rot: was die Schnittebene durchtrennt.
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Grundriss des Hauptgeschosses, geschnitten 1,30 m über dem Fußboden. Rot: die geschnittenen Wände; ihre Dicke ist abgeleitet, als punktfreier Raum zwischen den beiden gemessenen Oberflächen. Die Enfilade der Räume liest sich an der Reihe fluchtender Türen.
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Deckenspiegel des Hauptgeschosses: die Holzdecken, als Mulden-, Achteck- und Kassettendecken, von unten gesehen und auf den Grundriss geklappt. In der Mitte das falsche Kreuzgratgewölbe des Vestibüls.
in voller Größe öffnen ↗Das Haus
Der Grundriss ist ein U mit einem Querflügel, der den Raum zwischen den Flügeln in zwei Höfe teilt: im Westen den Ehrenhof, zum Vorplatz offen; im Osten einen inneren Wirtschaftshof. SIPA nennt den Grundriss «pouco comum» (ungewöhnlich) und verweist auf die Lösung des Ehrenhofs: Eine niedrige Steinmauer mit Balustrade schließt ihn, ohne ihn zu schließen, ein Mittelweg zwischen offenem und geschlossenem U, der die Hauptfassade nicht durchschneidet1. In der Wolke gemessen misst das Haus etwa 60 mal 33 Meter, und die Hauptfassade liegt nicht genau nach Westen, sondern nach Westnordwest, bei einem Azimut von etwa 295 Grad.
Die Fassaden sind zweigeschossig, verputzt und gekalkt, mit Pilastern an den Ecken und Granitwerkstein an Friesen, Gesimsen und Fensterrahmen. Die Höhe, die das Haus nicht hat, geben ihm die hohen, gebauchten Fialen in der Flucht der Pilaster und die Schornsteine1. Der Mittelflügel der Hauptfassade trägt den Schmuck: einen Aufsatz mit dem gevierten Wappen (Álvares, Mourão und Botelho), eine geschwungene Balustrade über den gebogenen Gesimsen, zwei allegorische Figuren und eine zweiarmige Treppe zum Portal des Hauptgeschosses1.

Mittelflügel der Hauptfassade: der Aufsatz mit dem Wappen (Álvares, Mourão und Botelho), die geschwungene Balustrade und das Portal des Hauptgeschosses. Orthofoto aus der Bauaufnahme.
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Das Haus ist auch ein soziales Diagramm. Das Erdgeschoss diente ganz der Wirtschaft (Kornspeicher, Ställe, Weinkeller, Gesindezimmer, Küche) und ist mit dem Hauptgeschoss nur über eine schmale Treppe neben der Küche verbunden; die Hoftreppen liegen außen1. Im Hauptgeschoss öffnen sich die Räume in einer Enfilade von fluchtenden Türen, und vom ersten bis zum letzten sieht man die Landschaft. Der Plan, den D. José Maria Ende des 18. Jahrhunderts zeichnete, verortet noch das Archiv neben dem Speisezimmer und den Durchgangssaal zur Kapellenempore; der 3. Graf von Vila Real ordnete später die Schlafzimmer von Nord- und Ostflügel neu1.



Südfassade, Orthofoto aus der Bauaufnahme (Januar 2026). Zwölf Balkonfenster mit Dreiecksgiebel und im Mittelfeld zwei mit Segmentgiebel und Muschel.
in voller Größe öffnen ↗Konstruktiv ist es ein Haus mit tragenden, zweischaligen Bruchsteinwänden, deren Kern mit Lehm und Kies verfüllt ist, mit Kastaniendecken, Kiefernböden und einem Holzdach mit Ziegeldeckung1. Genau diese zweischalige Wand hat sich mit der Zeit verformt: 2000 wurden Schiefstellungen und Risse gemessen, und 2001 und 2002 verband die DGEMN die Schalen mit eingeklebten Ankern und bewehrte den Fassadenputz1,20. Die Wolke von 2025 ist daher auch ein Referenzzustand, an dem künftige Bewegungen gemessen werden können.
Urheberschaft: eine Zuschreibung, kein Dokument
Kein bekanntes Dokument nennt den Entwerfer der Casa de Mateus. Der Name Nicolau Nasoni (1691–1773), eines italienischen Architekten aus der Toskana, der sich 1725 in Porto niederließ, kommt über stilistische und Indizienargumente ins Spiel:
- Robert C. Smith (1966) schrieb ihm den Entwurf aus stilistischen Gründen zu; nach Património Cultural beschränkte er Nasonis Anteil auf die Konzeption, mit einer Ausführung, die von den Zeichnungen abweicht13,3.
- SIPA datiert den Eingriff auf 1739 bis 1743, den Zeitraum, dem er «geralmente» (gewöhnlich) zugeschrieben wird, führt Nasoni als «atribuído» (zugeschrieben) und vergleicht den Mittelflügel mit dem Palácio do Freixo und der Clérigos-Kirche1.
- Património Cultural ergänzt das Indiz: Nasoni ist 1739 an der Kirche Santa Eulália da Cumieira desselben Morgado belegt, in einer Zeit, in der man nicht weiß, was er vor seiner Rückkehr nach Porto tat. Zudem wird neuerdings der Name António Pereira mit dem Haus verbunden, eines Architekten aus Porto, der mit Nasoni gearbeitet haben soll3,14.
- Die Stiftung Casa de Mateus stellt Nasoni als Urheber dar5.
Die Kapelle
Die Kapelle Nossa Senhora dos Prazeres steht frei nördlich des Hauses und ist mit dem Hauptgeschoss über einen Übergang auf einem Bogen verbunden. Sie ersetzte eine ältere, enge, an das Haus angebaute Kapelle und übernahm von ihr die bemalte Kassettendecke der Sakristei und das Retabel, beide manieristisch1. Die Inschrift der Fassade, «D. LUD. A. SOUSA AUGM. PERF. ET CORONAT. 1750», nennt Jahr und Namen von D. Luís António; die Stiftung datiert die Einweihung auf 17591,6.
Die Fassade wirkt höher, als sie ist: Sie hat die Traufhöhe des Hauses, aber der Aufsatz mit gestuftem Giebel, die axialen Öffnungen und das Wappen strecken sie1. In der Wolke gemessen steht das Kreuz etwa 24 Meter über dem westlichen Vorplatz. Dahinter der Glockenturm in der Achse, im Distrikt ungewöhnlich, den SIPA der «Escola de Braga» (Schule von Braga) zuordnet. Innen ist das Schiff von einer Kuppel mit Laterne überdeckt, der Hochaltar ist geschnitzt und marmoriert. In der Kapelle sind D. Luís António bestattet, D. José Maria, 1965 vom Père-Lachaise überführt, der 3. Graf von Vila Real, der Gründer der Stiftung und sein Sohn6,1.



Gärten und Wasser
Die heutigen Gärten stammen größtenteils aus dem 20. Jahrhundert, folgen aber der Achse, die das Haus ihnen gibt: Die Folge der Portale im Mittelflügel setzt sich nach Osten fort, durch das Parterre, durch den geschnittenen Tunnel über der Treppe und entlang einer Pergola auf Granitpfeilern in Obeliskenform, die SIPA für möglicherweise die einzigen Reste des ursprünglichen Gartens hält2.
Die Überlieferung schreibt den ersten Garten dem Archidiakon Diogo Álvares Botelho Mourão zu, dem Bruder des Bauherrn1,8. In den 1930er Jahren ließ die Gräfin von Mangualde das Buchsparterre im Osten nach einem Entwurf von Gomes de Amorim neu anlegen; 1948 wurde der Tunnel über der Osttreppe gepflanzt, António Lino entwarf die drei Becken des Wassergartens und Paulo Bensliman die Buchsparterres im Süden; 1960 machte Gonçalo Ribeiro Telles den ersten Plan für das Gut, aus dem das große Becken vor der Hauptfassade hervorging1,2. Erst dieses Wasserbecken, neobarock im Umriss und mit einer Rasenböschung innen, gibt der Fassade die Größe, die ein Parterre ihr nicht geben würde, wie SIPA bemerkt2. In der Wolke ist das Becken ein leeres Rechteck: Wasser wirft den Laser nicht zurück.
Zwei Anmerkungen zu Namen. Die Stiftung nennt die mehr als achtzig Bäume des Tunnels mexikanische Zedern, was auf die Mexikanische Zypresse (Cupressus lusitanica) hindeutet; SIPA spricht von geschnittenen Zypressen8,2. Und die liegende Frauenfigur, die seit 1981 im Becken ruht, ist von João Cutileiro, auch wenn SIPA José schreibt8,1.
Chronologie
Daten mit Quellen. Wo die Quellen voneinander abweichen, sagt der Eintrag es und verweist auf den Abschnitt unten.
- 1488
8. November: Datum des ältesten Dokuments im Hausarchiv.1
- 1641
5. Dezember: António Álvares Coelho stiftet das Fideikommiss (Morgado) von Mateus, gebunden an die Gutskapelle Nossa Senhora dos Prazeres.1,6
- 17. Jh.
Ein erstes Haus steht an der Stelle des Palastes, mit der Fassade zu einem öffentlichen Weg. 1619 stirbt dort Dr. Cristóvão Álvares Coelho.1
- 1721
António José Botelho Mourão, 3. Inhaber des Morgado, heiratet D. Joana Maria de Sousa Mascarenhas. Er baut das heutige Haus; sie beklagt später die finanzielle Erschöpfung durch den Bau.1,3
- 1739–1743
Zeitraum, dem SIPA die Mitwirkung Nicolau Nasonis zuschreibt. 1739 ist Nasoni an der Kirche Santa Eulália da Cumieira desselben Morgado belegt.1,3
- 1743
November: Der Generalprokurator des Erzbistums Braga schreibt, António José habe «teve coração para demolir um palácio para edificar outro melhor» (das Herz gehabt, einen Palast abzureißen, um einen besseren zu bauen). Der Bau ist weit fortgeschritten; im selben Jahr wird eine neue Kapelle beantragt.1,6
- 1744
Die Stiftung Casa de Mateus nennt dieses Jahr als Fertigstellung. Keine uns bekannte veröffentlichte Quelle belegt es; Património Cultural weiß nicht sicher, wann der Bau begann.5,3
- 1750
Inschrift an der Kapellenfassade: «D. LUD. A. SOUSA AUGM. PERF. ET CORONAT. 1750», zu lesen als: D. Luís António de Sousa hat erweitert, vollendet und bekrönt. Steinmetzmeister: José Álvares do Rego.1
- 1759
Einweihung der neuen Kapelle, laut Stiftung.6
- 1765–1775
D. Luís António de Sousa Botelho Mourão, 4. Inhaber, regiert die Kapitanie São Paulo. In Mateus führt D. Leonor de Portugal das Haus und lässt das Wassersystem mit dem Obeliskenbecken anlegen.1,21
- 1817
In Paris gibt D. José Maria de Sousa Botelho, 5. Inhaber, die Lusiaden in der Offizin von Firmin Didot heraus, mit Stichen nach Zeichnungen von François Gérard, Évariste Fragonard und Alexandre Desenne.7,1
- 1823
Sein Sohn D. José Luís erhält den Titel Graf von Vila Real.1
- 1850–1900
Der 3. Graf von Vila Real ändert die Raumaufteilung des Hauptgeschosses, lässt Kamine einbauen, erweitert das Kelterhaus und pflanzt 1871 die große Himalaya-Zeder am Vorplatz.1
- 1910
Dekret vom 16. Juni (Diário do Governo Nr. 136, 23. Juni): der Palast wird als Nationaldenkmal eingestuft.3,1
- 1930–1946
Die Gräfin von Mangualde lässt den Ostgarten nach einem Entwurf von Gomes de Amorim neu anlegen.1,2
- 1942
Markteinführung des Mateus Rosé von Sogrape, mit Trauben vom Gut und dem Haus auf dem Etikett.11,25
- 1948
Zedertunnel über der Osttreppe; die Becken des Wassergartens von António Lino; Buchsparterres von Paulo Bensliman.1
- 1960–1963
Gonçalo Ribeiro Telles entwirft das große Becken vor der Hauptfassade; laut SIPA 1963 fertiggestellt.1,2
- 1965
15. August: die sterblichen Überreste von D. José Maria werden vom Père-Lachaise in die Kapelle überführt.1
- 1970
3. Dezember: D. Francisco de Sousa Botelho de Albuquerque gründet die Stiftung Casa de Mateus und überträgt ihr das Anwesen mit Archiv, Bibliothek und Sammlungen.9
- 1981
Eine liegende weibliche Marmorfigur von João Cutileiro wird in das Wasserbecken gesetzt.8,1
- 1990
Gustav Leonhardt weiht die Orgel der Kapelle ein. Die Internationalen Musiktage der Casa de Mateus gab es seit Ende der 1970er Jahre.1
- 2001–2002
Nach 2000 gemessenen Verformungen verstärkt die DGEMN das Tragwerk: eingeklebte Anker zwischen den beiden Mauerschalen, bewehrter Putz an den Fassaden, neues Dach über dem großen Saal.1,20
- 2025–2026
Bauaufnahme XYZ BIM: 439 Laserscanner-Standpunkte (Oktober 2025), Fotokampagne für die Photogrammetrie (März 2026), drei IFC4-Modelle und ein Raummodell (Juli 2026).28
Morgados, Grafen und eine Stiftung
Laut der Stiftung wurde das Haus bis 1970 von zwölf Generationen derselben Familie bewohnt5. Das Archiv verwahrt Dokumente ab 1488, geordnet nach den aufeinanderfolgenden Verwaltern des Hauses1,22; die Bibliothek umfasst mehr als sechstausend Titel7.
| Name | Lebensdaten | Rolle im Haus |
|---|---|---|
| António Álvares Coelho | stiftet den Morgado (1641) | |
| António José Botelho Mourão | 3. Inhaber; baut das heutige Haus | |
| Diogo Álvares Botelho Mourão | 1673–1744 | Archidiakon von Labruje; die Überlieferung schreibt ihm den ersten Garten zu; sammelt in Rom die Reliquien der Kapelle |
| D. Luís António de Sousa Botelho Mourão | 1722–1798 | 4. Inhaber; Gouverneur der Kapitanie São Paulo (1765–1775); der Name in der Inschrift von 1750 |
| D. Leonor Ana Luísa Josefa de Portugal | 1722–1806 | verwaltet Mateus in den 1760er Jahren |
| D. José Maria de Sousa Botelho Mourão e Vasconcelos | 1758–1825 | 5. Inhaber; Diplomat; Herausgeber der Lusiaden (Paris, 1817) |
| D. José Luís de Sousa Botelho Mourão e Vasconcelos | 1785–1855 | 1. Graf von Vila Real (1823) |
| D. Maria Teresa de Souto Botelho e Melo | Gräfin von Mangualde; Ostgarten (1930er Jahre) | |
| D. Francisco de Sousa Botelho de Albuquerque | 1909–1973 | gründet die Stiftung Casa de Mateus (1970) |
| D. Fernando de Sousa Botelho de Albuquerque | 1941–2022 | leitet die Stiftung von 1973 bis 2022 |
Das bekannteste Stück der Bibliothek ist die Ausgabe der Lusiaden, die D. José Maria 1817 in Paris bei Firmin Didot drucken ließ. Als Diplomat in Schweden, Dänemark, Frankreich und Russland bereitete er sie vier Jahre lang vor und verschenkte die Exemplare selbst. Die Stiftung spricht von einem Exemplar auf Pergament und zweihundertzehn weiteren, SIPA von einem auf Pergament und zehn auf Papier7,1. Das Haus bewahrt auch Dokumente, Probedrucke und Platten der Ausgabe.
Seit 1970 gehört das Haus einer privaten Stiftung, die 1971 als gemeinnützig anerkannt wurde. Sie betreibt das Museum, die Gärten, ein aktives Weingut und ein Kulturprogramm: die Internationalen Musiktage, Ende der 1970er Jahre unter Gustav und Marie Leonhardt begonnen, den Prémio D. Diniz seit 1980, ein Seminar für Lyrikübersetzung seit 1990 und Künstlerresidenzen10,23. 2023 zählten Museum und Park 111.131 Besucher12.
Das Etikett
1942 brachte Sogrape, das Unternehmen von Fernando van Zeller Guedes, einen Rosé auf den Markt, benannt nach dem Gut und mit einer Zeichnung des Hauses auf dem Etikett11,25. Die Stiftung sagt, D. Francisco de Sousa Botelho de Albuquerque habe an der Entstehung mitgewirkt; die Marke nennt allein Guedes11,24.
Man erzählt, und es wird oft wiederholt, dass dem Besitzer ein Betrag je Flasche angeboten wurde und er stattdessen eine Einmalzahlung wählte. Es gibt mindestens drei veröffentlichte Fassungen mit unterschiedlichen Zahlen (ein Aufschlag von 30 oder 40 Prozent auf die Trauben des Guts), alle von Weinautoren und keine mit einem Dokument dahinter25,26,27. Wir führen sie als das, was sie ist: eine Geschichte, keine Tatsache.
Bauarbeiten und Sicherung
SIPA verzeichnet 29 Eingriffe zwischen 1949 und 2003. Das Diagramm zählt sie nach Jahrzehnt und nach Ausführenden: die Stadtverwaltung Vila Real, die Generaldirektion für nationale Bauten und Denkmäler (DGEMN) und die Stiftung selbst1.
Ein Wechsel der Zuständigkeit ist sichtbar. Bis Ende der 1980er Jahre kümmert sich die DGEMN um Termiten, Holzwurm, Dächer und ein 1979 abgestürztes Gesims; ab 1985 ist es vor allem die Stiftung, mit Vereinbarungen mit dem Staatssekretariat für Kultur, die Lagerräume, die alte Küche, die Ölmühle und die Brennerei zu Künstlerresidenzen umbaut. Die statische Sicherung von 2001 und 2002 liegt wieder bei der DGEMN, nach der Schadensanalyse des LNEC von 19961,19.
Was die Quellen offenlassen
Neun Punkte, in denen die herangezogenen Quellen nicht übereinstimmen oder die gängige Aussage kein Dokument hat:
- Die Urheberschaft. Nicolau Nasoni ist eine stilistische Zuschreibung (Smith, 1966; SIPA); Património Cultural nennt auch António Pereira; die Stiftung hält Nasoni für sicher13,1,3,5.
- Die Fertigstellung des Hauses. Im November 1743 war der Bau weit fortgeschritten; die Stiftung nennt 1744 als Ende; Património Cultural weiß nicht, wann er begann1,5,3.
- Die Kapelle. Die Inschrift sagt 1750, die Stiftung datiert die Einweihung auf 1759; der Antrag von 1743 stammt laut Stiftung von António José, laut SIPA von D. Luís António1,6.
- Die Lusiaden von 1817. Ein Exemplar auf Pergament und 210 auf Papier (Stiftung) oder eines und 10 (SIPA)7,1.
- Der Bildhauer im Becken. João Cutileiro (Stiftung); SIPA schreibt José Cutileiro, der Diplomat und Schriftsteller war8,1.
- Das Becken. In den 1950er Jahren gebaut (Stiftung) oder 1963 fertiggestellt (SIPA)8,1.
- Die Stiftung. Gegründet am 3. Dezember 1970 (Stiftung); Património Cultural schreibt 1971, das Jahr der Anerkennung als gemeinnützig9,3,10.
- Das Etikett. Die Einmalzahlung statt einer Beteiligung ist eine Geschichte ohne veröffentlichtes Dokument25,26,27.
- Der Umfang des Schutzes. Das Dekret von 1910 schützt den Palast; der Eintrag der Gärten nennt sie nur teilweise innerhalb der Schutzzone, und den Wortlaut des Dekrets, der zeigen würde, ob es Kapelle und Gärten nennt, haben wir nicht gefunden3,2.
In den Registern
Die Casa de Mateus ist seit dem Dekret vom 16. Juni 1910 Nationaldenkmal und liegt in der Pufferzone der Weinregion Alto Douro, Welterbe, jedoch nicht im eingetragenen Gut selbst3,4. SIPA führt zwei Einträge, den Palast (IPA.00005990) und die Gärten (IPA.00007011); Património Cultural den Eintrag 71128.
Im Vergleich der Register von Portugal, Frankreich und Spanien messen wir, was jeder Eintrag enthält. Der des Palastes gehört zu den vollständigsten in SIPA: Unter den 860 Einträgen für Nationaldenkmale ist seine Beschreibung die 47.-längste und seine Liste der Eingriffe die 51.-längste.
Der SIPA-Eintrag des Palastes gegen den Median der 860 Einträge für Nationaldenkmale
Platz 47 von 860
Platz 102 von 860
Platz 51 von 860
Platz 256 von 860
Platz 76 von 860
Quellen
- 1SIPA, «Palácio de Mateus», IPA.00005990 (Isabel Sereno 1994, Paula Noé 2006). Direção-Geral do Património Cultural / IHRU. web.archive.org ↗
- 2SIPA, «Jardins do Solar de Mateus», IPA.00007011 (Paula Simões 1999, Paula Noé 2006). web.archive.org ↗
- 3Património Cultural, I.P., «Palácio de Mateus», ficha 71128, nota histórico-artística de Rosário Carvalho. imovel.patrimoniocultural.gov.pt ↗
- 4Património Cultural, I.P., «Alto Douro Vinhateiro», ficha 8983641 (Aviso n.º 15170/2010; Portaria n.º 122/2024). imovel.patrimoniocultural.gov.pt ↗
- 5Fundação da Casa de Mateus, «A Casa de Mateus». casademateus.pt ↗
- 6Fundação da Casa de Mateus, «Visita virtual: Capela». casademateus.pt ↗
- 7Fundação da Casa de Mateus, «Visita virtual: Biblioteca». casademateus.pt ↗
- 8Fundação da Casa de Mateus, «Visita virtual: Jardins». casademateus.pt ↗
- 9Fundação da Casa de Mateus, «D. Francisco de Sousa Botelho de Albuquerque, 50 anos da morte do instituidor». casademateus.pt ↗
- 10Fundação da Casa de Mateus, «History of the Foundation». casademateus.pt ↗
- 11Fundação da Casa de Mateus, «FAQs». casademateus.pt ↗
- 12Fundação da Casa de Mateus, «A Fundação da Casa de Mateus em 2023». casademateus.pt ↗
- 13SMITH, Robert C., Nicolau Nasoni, arquitecto do Porto, Lisboa, Livros Horizonte, 1966.
- 14ALVES, Joaquim Jaime B. Ferreira, «António Pereira: arquitecto do Palácio de São João Novo», Boletim Cultural, 2.ª série, vol. 7/8, Porto, 1990, pp. 241-249.
- 15BURY, John, «Late Baroque and Rococo in North Portugal», Journal of the Society of Architectural Historians, vol. 15, n.º 3, 1956. online.ucpress.edu ↗
- 16CARITA, Helder; HOMEM CARDOSO, António, Tratado da Grandeza dos Jardins em Portugal, Lisboa, 1990, pp. 251-274.
- 17MATOS, Armando de, A Casa de Mateus, Vila Nova de Gaia, 1930.
- 18MOURA, Vasco Graça; SAPIEHA, Nicolas, Figuras em Mateus, 2002.
- 19LABORATÓRIO NACIONAL DE ENGENHARIA CIVIL, Palácio de Mateus em Vila Real. Análise de anomalias e contribuição para um estudo de conservação e consolidação, Lisboa, 1996.
- 20DGEMN, Palácio de Mateus. Vila Real. Obras de reforço e de consolidação estrutural 2001/2002, s.d.
- 21BELLOTTO, Heloísa Liberalli, Autoridade e conflito no Brasil colonial: o governo do Morgado de Mateus em São Paulo (1765-1775), São Paulo, 1979.
- 22SILVA, Armando Malheiro da; RODRIGUES, Abel, «La Casa de Mateus et l’application du modèle systémique et intégratif de l’information», in Les archives familiales dans l’Occident médiéval et moderne, Madrid, Casa de Velázquez, 2021, pp. 77-86. doi.org ↗
- 23SUMMERLY, Jeremy, «Encontros de Música da Casa de Mateus», Early Music, vol. XXVI, n.º 1, 1998, pp. 169-171. doi.org ↗
- 24Mateus Rosé (Sogrape), «Our story». mateusrose.us ↗
- 25HOOKE, Huon, «The inventor of Mateus Rosé», The Real Review, 20.08.2020. therealreview.com ↗
- 26MAYSON, Richard, «Portugal life at the top: Mateus Rosé», Decanter, 01.02.2000. decanter.com ↗
- 27CLARKE, Oz, The History of Wine in 100 Bottles, London, Pavilion, 2015; via J. Temple, IWFS, 18.11.2016. blog.iwfs.org ↗
- 28XYZ BIM, levantamento da Casa de Mateus: nuvem de pontos (439 estações, EPSG:3763), modelos IFC4 (22.07.2026), ortofotografias e peças desenhadas (15.01.2026). hbim.xyzbim.eu ↗
Das Haus ist immer in Schichten entstanden: ein Haus des 17. Jahrhunderts, abgerissen für ein besseres, eine Kapelle, die eine andere ersetzte, im 19. Jahrhundert neu geordnete Zimmer, im 20. neu angelegte Gärten, im 21. vernähte Wände. Eine Bauaufnahme ist keine Ausnahme. Sie klärt weder die Urheberschaft noch die Daten, aber sie hält den Zustand des Hauses 2025 mit einer Genauigkeit fest, die keine der früheren Schichten hinterlassen hat, und macht ihn für die nächsten zugänglich.
XYZ BIM · Veröffentlicht · 2026-09-23